Chancen beim Neubau der Gesamtschule nutzen

Antrag zur Ratssitzung am 31.01.2019:

Antrag

Der Stadtrat beschließt, für die Planung der neuen Gesamtschule folgende Vorgaben zu berücksichtigen:

  1. Das Raumprogramm ist in Hinblick auf die notwendigen Inklusionsleistungen hin zu überprüfen und anzupassen, insbesondere in Bezug auf die Anzahl, Größe und Barrierefreiheit der Räume und weiteren Bereiche des Gebäudes. 
  • Für jede Klasse ist eine „Nische“ auf dem jeweiligen Flur vorzusehen. 
  • Auf Erdgeschossebene sollen zwei Arbeitsräume barrierefrei direkt von Außen (vom Schulgarten aus, bzw. einem evtl. überdachtem Innenhof etc.) zugänglich eingeplant werden.
    • Davon soll ein Raum als Hausarbeitsraum mit einer Küche zur Verarbeitung von Produkten aus dem Schulgarten eingerichtet sein.
    • Ein zweiter soll als Werkraum ausgestattet sein zur Holzbearbeitung und (zum Beispiel Zaun für Schulgarten oder Hochbeete) Reparatur von Fahrädern bzw. zum Selbstbau von (Lasten-)Rädern und Fahrradanhängern oder ähnlichem. Auch die Möglichkeit zum Bau von kleinen Solarwarmwasserbereitungs-, Photovoltaik und Kleinwindkraftanlagen sollte berücksichtigt werden.
  • Im Rahmen der Ausschreibung soll auch ausdrücklich auf die Abgabe eines Angebotes mit alternativen Baustoffen (bspw. Holzbau) hingewiesen werden, ebenso wie die Herstellung in modularer Bauweise. Dabei sollen die Unternehmen auch darlegen, wie die verwendeten Materialien trenn- und recycelbar sind. 
  • Die Dachgestaltung soll als Dachbegrünung, mit Warmwasserkollektoren oder  Photovoltaik gestaltet sein. Als Option soll ein Dachgarten und ein Dachklassenzimmer angeboten werden.
  • Das Außengelände soll mindestens 
    • Fahrradabstellanlagen für die Hälfte der Schüler und Lehrer haben, dabei sind auch sichere Abstellmöglichkeiten (wie bspw. Fahrradboxen) zu berücksichtigen
    • einen Werkhof umfassen 
    • ein Schulgartengelände mit der  Möglichkeit für eine Kleintierhaltung 
  • Bei der technischen Ausführung soll zur Wärme- und Warmwasserversorgung ein BHKW eingeplant werden, welches nicht nur die Schule und deren Turnhalle mit Wärme (in Kombination mit Warmwasserkollektoren) versorgen kann, sondern auch eine zweite Dreifachturnhalle 
  • Die bisherige Mischküche soll eine Option für eine Frischküche bieten. Das heißt in der Bauausführung so zu bauen, dass später eine Erweiterung zu einer Frischküche möglich ist.

Begründung

Der Neubau der Gesamtschule bietet die große Chance in Vorbildfunktion Problemlösungen für das zukünftige Kaarst vorzuführen. Dieses gilt nicht nur für die Schüler und Lehrer, sondern für die gesamte Stadtbevölkerung.

Durch die zunehmende Arbeitsteilung in unserer Gesellschaft werden grundliegende Fähigkeiten und Kenntnisse oft nur rudimentär in den Familien weitergegeben. Dabei ist der Anbau, die Pflege, Ernte, Aufbereitung und Verarbeitung von Obst und Gemüse ein überaus wichtiges Gebiet, was jedes Kind auch in der Schule. 

 Auch der Umgang mit Werkzeug, Holz, Fahrrädern und anderen kleinen Apparaturen sind eine gute Schule für die Zukunft ihrer selbst und unserer Stadtgesellschaft.

 In Bezug auf die Bauausführung ist der Holzbau eine gute, klimafreundliche, schnell zu bauende und eben auch gut zu recycelnde und preisgünstige Alternative. 

 Dächer dürfen heutzutage, vor allem bei knappen Flächen nicht mehr ungenutzt sein, auch hier sollten wir mit gutem Beispiel vorangehen.

Freundlicher Gruß

Claude Köppe


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