Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus in Kaarst

Antrag zur Sitzung des HWFA am 14. November 2019

Es werden Mittel in Höhe von 10.000 € im Haushalt 2020 bereitgestellt für die Entwicklung, Konzeption und den Bau einer Gedenkstätte für alle Opfer des Nationalsozialismus in der heutigen Stadt Kaarst. Neben einer Gedenkstätte an zentraler, öffentlich gut zugänglicher Stelle im Stadtgebiet, wie zum Beispiel den Stadtpark, wird eine Dokumention der Opfer und der Befreier in Form einer Dauerausstellung, in Form von Informationstafeln im Rathaus, einem Buch und  einer Webpräsenz von einer unabhängigen, professionellen Kommission erstellt, die von mindestens einer/einem FachhistorikerIn geleitet wird. Diese kann über ein Förderstipendium der Stadt finanziert werden.

Als Ansprechpartner eignen sich sicherlich das Historische Seminar der HHU in Düsseldorf, insbesondere die Abteilung zur Geschichte des Rheinlands, und die Stiftung Mahnmal in Berlin. Förderprogramme wie Europa für Bürgerinnen und Bürger können sicherlich finanzielle Unterstützung bieten. 

Begründung

Der Nationalsozialismus hat wie keine andere Zeit die Bundesrepublik geprägt. Die Erinnerungskultur ist ein zentrales Element des Selbstverständnisses der Deutschen unserer Zeit. Kein anderes Land hat sich so intensiv und detailliert mit seiner Geschichte auseinandergesetzt. Eine historisch fachlich fundierte detaillierten Erforschung der Geschichte des Nationalsozialismus in Kaarst hat bis heute leider nicht stattgefunden. Zu viele Fragen sind trotz der ehrenamtlichen Aufarbeitung der Zeit immer noch unbeantwortet. 

75 Jahre nach Kriegsende und der Befreiung Deutschlands durch die Alliierten ist es auch in Kaarst an der Zeit, diese Befreiung zu feiern und der Opfer dieser Zeit würdig zu gedenken. 

Neben den Menschen, die in den Kampfhandlungen rund um den 1.3.1945 auf dem Stadtgebiet und den Bombardierungen Büttgens und Holzbüttgens als Teil der Angriffe auf Düsseldorf in den Kriegsjahren ihr Leben verloren, gab es noch eine Reihe Bürger, die durch die Maßnahmen der Nazis ermordet und vernichtet wurden. Jeder einzelne war ein Opfer des Hitler-Regimes und an jeden einzelnen muss erinnert werden. Neben der Opfer dürfen auch die Befreier unserer Stadt, die Mitglieder der 9. Armee der amerikanischen Streitkräfte, nicht in Vergessenheit geraten: diese jungen Männer, die fernab ihrer Heimat für die Freiheit der Menschen hier gekämpft haben. 

Die letzten Zeitzeugen dieser Jahre verschwinden aus unserer Mitte. Doch nur, wenn die Erinnerung an die dunkelste Zeit unserer Geschichte als Teil unserer Gemeinde bestehen bleibt, kann die Zukunft gelingen. Wir sind es nicht nur den Opfern schuldig, ihr Leben und Sterben zu dokumentieren, sondern auch den heutigen und zukünftigen Menschen in Kaarst, die Möglichkeit zu bieten, sich mit dieser Zeit entsprechend auseinander zu setzen.

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