Schulunterricht in Zeiten der Pandemie

Anfrage zur Sitzung des Schulausschusses am 12. Mai 2020:

Hygienemaßnahmen und Ansteckungsschutz an Schulen zum Neubeginn des Unterrichts

Unzufriedene Eltern, Lehrer und Schüler machen seit langer Zeit darauf aufmerksam, dass der Putzturnus und die Reinigungsqualität bereits für den normalen Schulbetrieb nicht zufriedenstellend sind. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, durch welche Maßnahmen die Stadt nun sicherstellen kann, dass kurzfristig eine pandemiegerechte Hygiene an den Schulen hergestellt werden kann.

  1. Wie konkret sollen die Pandemie adäquaten Hygienemaßnahmen aussehen? Reicht eine einmalige Desinfektion von Berührungsflächen pro Tag tatsächlich aus?
  2. Ist es möglich in dieser Zeit, da überall stärkere Hygienemaßnahmen ergriffen werden, ausreichend Reinigungspersonal zu finden? Kann der Turnus auf tägliche Reinigung erhöht werden?
  3. Welche Kosten werden entstehen?
  4. Reinigungspersonal wird häufig aus einem Personenkreis rekrutiert, für den Deutsch weder Erst- noch Zweitsprache ist. Dies führt bereits jetzt im Alltag an Schulen dazu, dass bestimmte Anweisungen nicht immer vollständig verstanden werden. Ist sichergestellt, dass das Reinigungspersonal in Bezug auf die besonderen, in sehr bürokratischem Deutsch verfassten Pandemie-Hygiene-Bestimmungen ausreichend geschult sind?
  5. In manchen asiatischen Ländern wird die Körpertemperatur von Menschen gemessen, bevor man sie in geschlossene Räume mit mehreren Personen lässt. Ist dies auch hier in Kaarst geplant? 

Bildungsgerechtigkeit und soziale Aspekte in Zeiten von Fernunterricht

Es ist bekannt, dass u.a. an der Kaarster Realschule bestimmte Schüler keine Emailadresse (oder sogar Telefonnummern) hinterlegt haben. Auch haben nicht alle Schüler dieselben technischen Möglichkeiten zuhause. Der Übergang zu ausschließlichem Online-Unterricht befördert somit ungleiche Lernbedingungen und Chancen auf Bildungserfolg. Für erfolgreiches Lernen zuhause sind auch bestimmte familiäre Gegebenheiten wichtig. Vor diesem Hintergrund ergeben sich zwei Fragen:

  • Welche Lösungen bietet die Stadt Kindern mit schlechterer technischer Infrastruktur? Ist dafür gesorgt, dass diese Kinder Zugang zu Laptops oder Ipads haben?
  • Wird Kindern und Jugendlichen, die dem Jugendamt bekannt sind, weil es dort vermehrt zu häuslichen Vorfällen gekommen ist, die Möglichkeit gegeben, früher in den Schulbetrieb zurückzukehren oder von Notbetreuungsangeboten Gebrauch zu machen?

Lehrersituation

  • Wer legt fest, welche LehrerInnen (und SuS) zur Risikogruppe gehören und welche ihre Arbeit in der Schule wieder antreten müssen?
  • Sind alle Lehrer ausreichend technisch ausgestattet, sodass sie ihre Aufgaben im Homeoffice vernünftig bewältigen können?

Freundlicher Gruß

Claude Köppe

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