Grüne schlagen konkreten Maßstab für mehr Wohn- und Lebensqualität vor: 3 Bäume, 30 Prozent, 300 Meter.
Die GRÜNEN bringen in die nächste Sitzung des Stadtrats einen Antrag ein, der die international etablierte 3-30-300-Regel als Zielmaßstab für die Grün- und Baumausstattung der Kaarster Ortszentren vorschlägt. Dies bedeutet folgendes:
• 3 Bäume: Von jeder Wohnung aus sind mindestens drei Bäume sichtbar.
• 30 Prozent: Im Quartier liegt der Kronendeckungsgrad bei mindestens 30 Prozent.
• 300 Meter: Eine öffentlich nutzbare Grünfläche ist in höchstens 300 Metern Fußweg erreichbar.
Über Bäume wird bei fast jeder Umgestaltung im öffentlichen Raum diskutiert. Was bisher fehlt, ist ein Maßstab, an dem sich die Stadtplanung orientieren kann und an dem die Politik langfristig gemessen wird.
Entscheidend für heiße Sommertage ist vor allem der Kronendeckungsgrad. Eine hohe Kronendeckung bedeutet Schatten, und Schatten ist der wirksamste Beitrag zur Kühlung im Straßenraum. Das lässt sich nicht nur messen, das spürt man auch: Wer im Sommer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, kennt die Hitze, die von unten abstrahlt. Beschatteter Asphalt bleibt an einem Hitzetag um zwanzig Grad und mehr kühler als besonnter Asphalt.
Heiner Hannen, planungspolitischer Sprecher: „Mit dem Antrag greifen wir einen Punkt auf, der auch im Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept (IEHK) für die Innenstadt festgehalten ist: ‚Wenig Grünstrukturen im öffentlichen Raum, insbesondere in Straßenräumen‘ steht dort seit Jahren als Schwäche der Kaarster Innenstadt. Eigene Maßnahmen sind daraus bisher nicht erfolgt. Genau dieses Thema gehen wir an und geben ihm ein überprüfbares Ziel.“
Dominik Broda, Fraktionsvorsitzender: „Wir möchten darauf hinarbeiten, diesen Maßstab bei allen Stadtplanungsprojekten von Anfang an mitzudenken. Er macht Schatten schon in der Entwurfsphase zu einem nachvollziehbaren Prüfpunkt und schafft zusätzlich ein belastbares Argument bei Förderanträgen.“